Neue Folge der Lieblingsgerichte des Korean Girls:

"Kimbab" - der Snack für jeden Ausflug

Von Sun-Mi Jung für R2-Blogger

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Foto: © Photocapy from Seoul

Kimbab schmeckt überall - vorzugsweise nicht zu Hause, weil es ein klassischer Snack für unterwegs ist.

Dortmund. Eine meiner lebendigsten Kindheitserinnerungen sind Ausflüge, die meine Eltern mit mir und später mit meinem Bruder und mir gemacht haben. Ich glaube, wir haben alle Freizeitparks in Deutschland abgeklappert und hätte es damals schon Disney-Land Paris gegeben, wäre dieser Ort wahrscheinlich mein persönliches Ausflugs-Highlight geworden. Als es ihn dann gab, hielt ich mich für zu alt dafür. Obwohl ich in meinem Leben einige deutsche Erwachsene kennengelernt habe, die Disney-Land Paris zum Ziel eines Wochenend-Trips gemacht haben. Mit Hotelübernachtung, Erinnerungsfotos mit Mickey Mouse (!) und einer Daisy Duck-Plüschfigur als Schlüsselanhänger. Das Highlight bei den Ausflügen waren allerdings immer die Snacks - und besonders Kimbab...

Einer der Gründe, warum ich mich so gut an diese Ausflüge erinnern kann, ist der Picknick-Korb, den wir immer dabei hatten. Das war natürlich kein Picknick-Korb im britischen Sinne mit kalten Hühnerschenkeln, Gurken-Sandwiches, eiskaltem Champagner und einer karierten Wolldecke. Nein, es war ein koreanischer Picknick-Korb. Was das heißt? Nun, zum einen bestand er nicht aus geflochtener Weide, sondern aus buntem Kunststoff. Später aus einer riesigen, pinkfarbenen Kühlbox. In diesem Kunststoffkorb, bzw. der Box befanden sich viele große, rechteckige, wiederum bunte Plastikbehälter mit den schönsten koreanischen Leckerbissen. Und der beste Leckerbissen war… Kimbab.

Lieblingsgericht Nr. 3: Kimbab

Kimbab ist die „koreanische Version“ der japanischen Maki-Sushi und besteht daher aus gekochtem Reis, Algenblättern (Kim) und einer individuellen Füllung, bei der man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann. Die klassische Variante meiner Kindheit beinhaltet gebratenes Hackfleisch, Omelette, gedünsteten Spinat, gebratene Möhrenstreifen und eingelegten Rettich. Allein die kunterbunte Farbzusammenstellung macht Lust aufs Essen. Ich habe aber auch schon ganz andere Füllungen gesehen, wenn auch nicht unbedingt gegessen: Salat aus Dosenthunfisch und Mayonnaise, Frischkäse, Gouda, Wiener Würstchen, Roastbeef, Obst… Kürzlich habe ich den Tipp bekommen, es mal mit Dosenpfirsich zu versuchen. Muss ich demnächst unbedingt mal ausprobieren.

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Foto: © shrimpcrackerz from Taipei 

Und natürlich kann man Kimbab auch überall kaufen. Aber jede Familie hat ihre eigenen Techniken und Rezepte.

Um Kimbab zu machen, muss man vor allem großes handwerkliches Geschick an den Tag legen. Natürlich geht das Kimbab-Rollen auch, wenn man nur mittelmäßig begabt ist. Es sieht dann aber nicht so gut aus… Und optischer Perfektionismus ist, zumindest was die Wertvorstellungen meiner koreanischen Eltern betrifft, gerade beim Essen unumgänglich. Mein Vater ist beim Kimbab-Rollen übrigens unangefochtener Sieger in unserer Familie. Bei ihm ist die Füllung nicht nur genau zentriert und von allen Seiten gleichstark von weißem Reis umhüllt. Die Rollen sind zudem alle perfekt rund und gleich dick. Genauso wie die einzelnen Stücke, die aus den Rollen geschnitten werden. Mit dem Resultat, dass alle Stücke gleich aussehen und wie ein Ei dem anderen ähneln. Mit den Blumenbeeten in seinem Garten geht er übrigens genauso akribisch um.

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