R2-Popsmart auf der Spur von Live Action Role Playern
Der Frühling naht, die LARPer schlagen aus...
Von Gloria Manderfeld für R2-Popsmart

Foto: © Wertygor (Lizenz)
LARPer sind gesellige und fröhliche Menschen, die Spaß an Rollenspielen in freier Natur haben.
Gelsenkirchen. Wer derzeit durch die Wälder der Umgebung seinen gemütlichen Sonntagsspaziergang macht, könnte sich bisweilen wieder ins Mittelalter zurückversetzt fühlen: Junge Leute zwischen zwanzig und dreißig dabei beobachten zu können, wie sie mit Schwertern aufeinander losgehen, ist sicher kein alltäglicher Anblick. Doch wer sich nun versucht fühlt, schnellstens mit dem Smartphone den Freund und Helfer zu alarmieren, sollte noch einen Moment innehalten – denn diese kampfeswütigen Mitmenschen sind mitnichten so blutrünstig, wie es vielleicht wirken mag.
Denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um LARPer – ausgeschrieben „Live Action RolePlayer“, Menschen, die ihrem Freizeit-Rollenspiel unmittelbar und mit 'Action' nachgehen. Rollenspiel bedeutet, eine Rolle zu ersinnen, die man verkörpern möchte, und sich entsprechend dieser zu verhalten: Was Kinder schon als Räuber und Gendarm praktizieren, erreicht im Erwachsenenalter deutlich mehr Vielfalt und stimuliert die eigene Phantasie, regt aber auch an, sich mit Dingen zu beschäftigen, die keineswegs alltäglich sind.
Latexwaffen für die Sicherheit

Foto: © Evan-Amos (Lizenz)
Waffen und Rüstungen gehören natürlich auch zum Live Action Role Play dazu.
Der beobachtete Schwertkampf, welcher der übrigens nicht mit „echten“, geschmiedeten und damit lebensgefährlichen, sondern mit gepolsterten Waffen aus Latexgemisch mit einem biegsamen Kernstab im Inneren geführt wird, dient hierbei der größeren Sicherheit: Nur wer mit einer Polsterwaffe umgehen kann und sich an die Vorgaben des LARP-Kampfes hält, gehört zu den verantwortungsvollen Mitspielern, die überall gern gesehen sind und vermeidet Verletzungsrisiken.
LARP funktioniert auf dem Grundsatz, dass viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Rollen zusammenkommen und miteinander interagieren – den Rahmen gibt die 'Spielleitung' vor, meist basierend auf dem Grundgedanken, dass die Spielercharaktere in ein fernes Land reisen und dort mit allerlei Schwierigkeiten der lokalen Bevölkerung konfrontiert werden.
Bösartiger Lich mit einer Skelettarmee, dunkle Ritter und verrückte Magier
Ob nun ein bösartiger Lich mit seinen Skelettarmeen versucht, das fiktive Land zu erobern, ein grausamer Ritter mit seiner Gefolgschaft ein Dorf terrorisiert oder ein von einem verrückten Magier beschworener Dämon wieder eingefangen werden muss, bevor er zuviel Schaden anrichtet – in jedem Fall gibt es klare Vorgaben, anhand derer ein Spieler entscheiden kann, wie sich sein Charakter verhält, ob er der Bevölkerung hilft oder vielleicht sogar auf eigene Rechnung gegen diese arbeitet, um dem Bösewicht zum Sieg zu verhelfen.
Für das Erleben derartiger Abenteuer treffen sich LARPer auf sogenannten Conventions – von LARP-Vereinen veranstaltete Treffen, die eintägig, aber meist über ein Wochenende hinweg bis hin zu einer ganzen Woche stattfinden, dauerhaftes in-Rolle-sein inbegriffen. Das Spektrum der Spielerschaft zieht sich dabei durch alle Bevölkerungsschichten – vom Schüler oder Studenten über Polizisten, Ärzte, Bauarbeiter, Supermarktangestellte bis hin zu Rentnern kann man auf jedem Con interessante Menschen kennenlernen.
Rollenspiele auf Zeltplätzen, Jugendherbergen und in alten Burgen
Als Veranstaltungsschauplätze dienen Zeltplätze, Jugendherbergen in restaurierten Burgen oder sonstige Jugend- und Freizeitbegegnungsmöglichkeiten, im Preis des Tickets für das Con schließt der Veranstalter sowohl die Kosten für die Unterkunft als auch die Ausstattung der NPCs (der Nichtspielercharaktere, welche Gegner wie Orks, Räuber oder ähnliches darstellen) und oftmals auch Teil- oder Vollverpflegung mit ein.
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