Asiadorf Düsseldorf: Netzwerken auf deutsch-asiatisch

Business zwischen zwei Welten

Von Sun-Mi Jung für R2-Horizont

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Foto: privat

Die Sinologin und der auf chinesisches Wirtschaftsrecht spezialisierte Rechtsanwalt unterstützen den wirtschaftlichen Austausch zwischen Asien und Deutschland.

Düsseldorf. Das „Asiadorf Düsseldorf“ ist bekannt für seine vielen Menschen ostasiatischer Herkunft. Viele von ihnen sind hochqualifiziert, haben sehr interessante und lukrative Jobs und arbeiten oft in einem deutsch-asiatischen Geschäftsbereich. Kein Wunder, dass sich in Düsseldorf auch entsprechende Business-Netzwerke gebildet haben. Eines von ihnen ist das Asian Economy Forum, das alle vier Wochen in einem asiatischen Restaurant in Düsseldorf stattfindet und zu dem auch deutsche Gäste willkommen sind.

Das Restaurant „Ginseng“ an der Oststraße in Düsseldorf bietet original koreanische Küche. Und ist an diesem Abend Schauplatz des Asian Economy Forum. Rund 30 Gäste deutscher und ostasiatischer Herkunft haben den Weg zu diesem Treffen gefunden, um sich auszutauschen, zu vernetzen, einen Vortrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des ostasiatischen Tigerstaats Südkorea zu hören und – last but noch least – auch richtig gut zu essen.

Sie alle haben in irgendeiner Form mit (Ost-) Asien zu tun. Japaner, die in Deutschland leben und arbeiten. Chinesen, die in Deutschland leben und arbeiten. Koreaner, die ebenfalls in Deutschland leben und arbeiten. Deutsche, die früher in Asien gelebt und gearbeitet haben, teilweise eine asienorientierte Ausbildung haben und heute ihre wertvollen Erfahrungen im deutsch-asiatischen Business einsetzen.

So wie Dr. Daniel Albrecht, Frankfurter Rechtsanwalt und spezialisiert auf chinesisches Wirtschaftsrecht. Dr. Albrecht hat nicht nur in Japan studiert, in China gelebt und in Münster über japanisches Aktienrecht promoviert. Er ist auch mit einer Chinesin verheiratet und ist mit Christina Werum-Wang Gründer des China German Business Network e.V.,der dieses Netzwerk ins Leben gerufen hat. „Der CGBN ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen und Selbständigen, die in der deutsch-chinesischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit langjährig erfahren und aktiv sind“, erklärt er. Im Mittelpunkt stehe vor allem der Mittelstand beider Länder.

Zusammenarbeit zwischen Ost und West

Durch den Austausch von Informationen zu Wirtschaft, Recht und interkultureller Kommunikation will der Verein diese Zusammenarbeit zwischen Ost und West fördern. „Darüber hinaus informieren wir über Geschäftsideen und aktuelle Projekte, um dadurch Kontakte zwischen interessierten Unternehmen anzubahnen“, so Dr. Albrecht.

Der Verein, der 2009 gegründet wurde, hat über die sozialen Netzwerke im Internet mittlerweile 3.253 Interessierte gewonnen. Und zwar weltweit! „40 Prozent unserer Mitglieder sind in Asien ansässig“, so Dr. Albrecht. Kontakt halten die Mitglieder über das“ world wide web“. Und natürlich auch über die regelmäßigen Treffen in der „realen“ Welt.

In Düsseldorf, Frankfurt, München, Shanghai und demnächst auch in Hamburg und Berlin finden die Netzwerktreffen statt, zu welchen regelmäßig rund 25 bis 30 Menschen kommen.

So auch beim Treffen im koreanischen Restaurant „Ginseng“. Während der allgemeinen Vorstellungsrunde stellt man fest, wie viele Menschen interessante Lebensläufe haben. Da gibt es die Sinologin und Betriebswirtin (MBA) Christina Werum-Wang, die langjährige Berufserfahrung im China Business mitbringt und heute ein Unternehmen betreibt, welches interkulturelles Management , bezogen auf China anbietet. Oder den Halb-Equadorianer, der Japanologie studiert hat und mittlerweile als Banker arbeitet. Oder den promovierten deutschen Chemiker, der sich kürzlich in der Lackbranche als Berater selbständig gemacht hat und Geschäftskontakte nach China sucht. Oder die selbständige Modedesignerin, deren Eltern aus Vietnam stammen. Oder den selbständigen Finanzkaufmann, der viele Jahre mit seiner Familie in Seoul lebte und arbeitete und gern zu den Netzwerktreffen kommt, um den Kontakt nach Asien zu halten

Alles Menschen, die „zwischen den Welten“ arbeiten, teilweise auch leben und sich jeden Monat auf ein neues Netzwerktreffen freuen. Um berufliche Erfahrungen auszutauschen, neue geschäftliche Kontakte zu knüpfen und – last but not least - ein gutes asiatisches Essen zu genießen.

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