Schatzsuche auf dem Antikmarkt

Von Trödlern und Sammlern

Von Sun-Mi Jung für R2-Stilikone

Foto: Jung

Antike Meßinstrumente suchen Liebhaber und Sammler. Oder umgekehrt.

Dortmund. Bei den goldenen Ketten sind Jennifer (22 Jahre) und Angelika (19 Jahre) stehen geblieben. Vielleicht schlummert hier ja ein lang gesuchtes Teil. Die beiden Frauen sind extra aus Soest angereist und waren eine gute dreiviertel Stunde unterwegs, um den Dortmunder Antik- und Sammlermarkt zu besuchen. „Schmuck, Bilderrahmen, Gläser“ hoffen die beiden passionierten Flohmarktgängerinnen zu erbeuten und sind schon seit einer guten Stunde auf der Suche. „Hier findet man immer so schöne altmodische und charaktervolle Dinge“, schwärmen die beiden. Und dass man hier den Preis verhandeln kann, macht den beiden natürlich auch viel Spaß. „Wenn ein Glas mit zwölf Euro ausgezeichnet ist, biete ich erstmal acht Euro an“, verrät die Studentin Jennifer. Und solch ein Verhandlungserfolg steigert auch die Freude an dem neuen, alten Teil.

Seit 1979 gibt es alle zwei Monate den Antik- und Sammlermarkt in der Westfalenhalle Dortmund. Bis zu 400 Aussteller reisen aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus dem Ausland an, um hier ihre Waren an den Mann und die Frau zu bringen. Mehrere tausend Besucher lockt dieser Markt jedes Mal an.

Silber, Uhren, Schmuck und ganz besondere alte Dinge

Foto: Jung

Auch Frauen aus Porzellan haben
ihren Preis.

Seit „zwei oder drei Jahren“ stellt auch Ruth Thiel hier aus. Eigentlich betreibt sie einen Gold An- und Verkauf in der Lüner Innenstadt. „Goldbörse“ nennt sich ihr Geschäft in der Nachbarschaft Dortmunds. Am Wochenende ist sie aber als „fliegende Händlerin“ zusätzlich auf dem Antik- und Sammlermarkt, um ihre schmucken Einzelteile an Liebhaber zu verkaufen. Unterstützt wird sie dabei meist von einer Freundin. „Alles echter Schmuck, von günstig bis hochwertig und alles älteren Kalibers“, erklärt die sympathische Geschäftsfrau ihr liebevoll aufgebautes und auf Hochglanz poliertes Sortiment. Auch Silber, Uhren und dekoratives Porzellan sind dabei. Eben alles, was das Leben schöner macht.

Dinge, die das Leben schöner machen, suchen auch Johannes und Barbara Zacharias. Und dafür sind die beiden immerhin aus Kassel angereist. Auf dem Markt selbst geht das Ehepaar dann aber oft getrennte Wege, um sich zu einer verabredeten Zeit an einem verabredeten Ort zu treffen. Eine Einkaufsstrategie, die sich bewährt hat. „So kann jeder in Ruhe schauen, muss nicht auf den anderen warten“, erzählt Johannes Zacharias. Als erfahrener Flohmarktgänger ist er mit der Entwicklung des Dortmunder Antikmarkts jedoch nicht ganz zufrieden: „Früher war das Angebot besser“, findet er.

Auf etwas ganz Besonderes hat sich ein Händler aus München spezialisiert. Und zwar auf altmodische Meßinstrumente, die in Volt, Ohm und Ampere elektrische Spannung, Widerstand und Stromstärke messen. Um diese exotischen Schätze auszugraben, ist der Mann mit der schwarzen, dicken Hornbrille auf internationalen Märkten in England, Frankreich und Holland unterwegs. Für diese alten Geräte aus edlen Materialien, wie Rosenholz oder Mahagoni, interessieren sich vor allem Sammler, die sich mit diesen Dingen ganz genau auskennen und denen man als Händler auf gar keinen Fall mit einem unsoliden Halbwissen kommen darf. Ein echter Liebhaber pflegt schließlich sein Steckenpferd. Vor allem, wenn es so ein ungewöhnliches ist. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Gegenstände aus Bakelit, dem ersten industriellen Kunststoff, der zwischen 1920 und 1940 so populär war. „Radios, Haushaltsgeräte, Toaster, Kaffeemaschinen, Telefone und vieles mehr wurde damals aus Bakelit hergestellt. Oft in Farbe. Alessi war eben nicht der Erste, der solche bunten Haushaltsgegenstände hergestellt hat.“ Bis heute finden diese Retro-Gegenstände ihre Fans.

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