Thomas Vallomtharayil: Karriere in Medizinbranche, geheilt durch Ayurveda

Von Kerala nach Castrop-Rauxel und zurück

Von Sun-Mi Jung für R2-Horizont

Foto: Vallomtharayil

Thomas Vallomtharayil kam 1973 nach Deutschland, machte in der Medizin-Branche Karriere. Aber als er selbst ernsthaft erkrankte, konnte ihm nur die traditionelle indische Heilkunde helfen.

Castrop-Rauxel. Kerala ist der Ort, an dem der Pfeffer wächst. Hier, an der tropischen Südwestküste Indiens, wo von Juni bis Oktober der Monsunregen fällt, wurde Thomas Vallomtharayil geboren. Hier verlebte er seine Kindheit und Jugend, bis er 1973 nach Deutschland auswanderte, um in einem Wittener Krankenhaus als Pfleger zu arbeiten. Heute, 37 Jahre später, hat es Thomas Vallomtharayil nicht nur zum erfolgreichen Unternehmer gebracht. Sondern mit der alten indischen Kunst der Ayurveda auch ein Stück Heimat nach Deutschland geholt. Dem R2-Horizont erzählt er seine Geschichte von Auswanderung, Erfolg und indischem Unternehmertum.

„Die Zeit war gut, als wir kamen“, erinnert sich Thomas Vallomtharayil. 1973, da war er gerade 19 Jahre alt und nach eigenen Worten „eigentlich noch ein Kind“, trat er seinen ersten Job in einem deutschen Krankenhaus an. „Die Deutschen sind damals gut mit uns Ausländern umgegangen“, findet der indische Unternehmer. „Im Krankenhaus war ein großer Bedarf an Pflegepersonal und Pflegekräfte aus Asien waren hoch geschätzt. Denn in der asiatischen Kultur geht man mit Alten und Kranken sehr respektvoll um.“ Zehn Inder, 30 Koreaner und 30 Philippiner arbeiteten plötzlich in dem evangelischen Krankenhaus in Witten. 70 Exoten an einem Ort! „Dort war man angesichts der vielen Fremden doch ein wenig überfordert“, lächelt Thomas Vallomtharayil.

Die Selbständigkeit lockte: Vallomtharayil gründete eine Firma in Witten

Lange hielt es ihn jedoch nicht im Krankenhaus. Ihn lockte die Selbständigkeit. Nur wenige Patienten hatten damals Zugang zur Dialyse. „Es gab nicht genug Maschinen, es wurde stark aussortiert.“ Hier sah der Krankenpfleger eine Marktlücke. Thomas Vallomtharayil gründete ein Unternehmen, das Schlauchsysteme für Dialyse-Geräte herstellte und vertrieb. Nachdem die geplante Produktion in Indien nicht zustande kam, ließ Thomas Vallomtharayil die Produkte kurzerhand in Witten herstellen. „Die Kleinteile ließen sich schnell produzieren, einige habe ich im Laufe der Zeit selbst entwickelt und da es sich um ein Nischenprodukt handelt, fanden wir schnell großen Absatz bei großen Firmen.“ Das Geschäft lief.

Ein zweites, eine Beratungsfirma für die Errichtung von Dialysezentren, kam bald dazu. 1992 ging Thomas Vallomtharayil nach Castrop-Rauxel. Mit seiner mittlerweile dritten Firma. Zwischenzeitlich hatte er geheiratet, eine indische Krankenschwester, die er in Deutschland kennengelernt hatte, und zwei Kinder mit ihr bekommen. Heute sind seine Kinder, Tochter Shyney und Sohn Dens, längst erwachsen, sprechen besser Deutsch als eine der 22 amtlich anerkannten indischen Sprachen und arbeiten beide in den Firmen des Vaters. In Castrop-Rauxel errichtete Thomas Vallomtharayil zusammen mit zwei Ärzten als Geschäftspartnern schließlich ein eigenes Dialysezentrum, die Vallomed GmbH.

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